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Winston Churchill Biografie

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Winston Churchill war ein herausragender britischer Staatspolitiker und Historiker, der sich vor allem im Zweiten Weltkrieg und in der Nachkriegszeit einen Namen machte. Als britischer Premierminister spielte er zwischen 1940 und 1945 eine führende Rolle im Kampf gegen das NS-Regime. Nach 1945 setzte er sich zunehmend für eine friedliche Einigung der europäischen Staaten ein. In seiner Rede über den Eisernen Vorhang warnte er vor der androhenden Expansion der Sowjetunion nach Europa und leitete damit den Beginn des Kalten Krieges ein.

Jugend und Ausbildung

Winston Churchill wurde am 30. November 1874 in Blenheim Palace geboren. Sein Vater Lord Randolph war britischer Politiker und Mitbegründer der Konservativen Partei (Torys). Nach dem Abschluss seiner Schulzeit in Ascot, Brighton und Harrow 1892 ging Churchill auf eine Militärakademie. In dieser Zeit weckte er zudem Begeisterung für Literatur und schrieb eigene Texte. Seit 1895 war Churchill als Soldat und Kriegsberichterstatter in diversen britischen Kolonialkriegen tätig.1

Politische Karriere

Ab 1900 begann Churchills politischer Aufstieg. Im Unterhaus des britischen Parlaments vertrat er nun die Konservative Partei (Torys). Für große Empörung in seiner Partei sorgte er im Jahr 1904, als er zu den konkurrierenden Whigs übertrat. Dies tat Churchill, weil er bei der Debatte um Freihandel oder Schutzzoll den liberalen Whigs zugeneigt war, die sich für den Freihandel aussprachen. In den Folgejahren stieg Churchill in seiner politischen Karriere weiter auf. Zwischen 1908 und 1910 war er als Handels- und zwischen 1910 und 1911 als Innenminister tätig. Gemeinsam mit David Lloyd George schuf er die Voraussetzungen der britischen Sozialgesetzgebung. 1911 wurde Churchill zum neuen Marineminister gewählt. Da sich in dieser Zeit der Flottenkonflikt mit dem Deutschen Reich verschärfte, setzte er sich für eine umfassende Modernisierung der Marine ein.2

Erster Weltkrieg

Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 spielte Churchill als Marineminister zunächst eine wichtige Rolle in der Kriegsstrategie. Da seine geplanten Operationen gegen das Deutsche Reich und Österreich-Ungarn auf Gallipoli aber scheiterten, trat er im Mai 1915 von seinem Amt als Marineminister zurück. Im Juli 1917 übte Churchill das Amt des Munitionsministers aus. Nach Ende des Weltkriegs 1918 arbeitete er bis 1921 als Kriegs- und Luftfahrtminister. Ein Jahr später wurde er Kolonialminister.3

Zweiter Weltkrieg

Nachdem Churchill 1924 wieder der Konservativen Partei beigetreten war, war er bis 1929 als Schatzkanzler der neuen Regierung tätig. Nach seiner Abwahl wendete er sich ab 1930 zunehmend der Schriftstellerei zu. Churchills Rückkehr in die Politik setzte mit der zunehmenden Bedrohung durch das nationalsozialistische Deutschland ein. Er kritisierte Chamberlains Appeasement-Politik gegenüber Hitler. Aufgrund der deutschen expansiven Außenpolitik in der Tschechoslowakei fand Churchill, der schon längere Zeit vor Hitler gewarnt hatte, wieder mehr Beachtung in der britischen Politik. Nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs übte Churchill seit dem 3. September 1939 wieder das Amt des Marineministers aus. Nach der deutschen Besetzung in Polen, Dänemark und Norwegen hatte Chamberlain 1940 sein Ansehen als Premierminister verloren. Im Mai 1940 wurde Winston Churchill zum neuen Premier- und Verteidigungsminister ernannt. Nach der Besetzung Frankreichs durch das Deutsche Reich weckte er nun einen intensiveren Widerstand gegen das Hitler-Regime. Der britische Erfolg in der Luftschlacht im August 1940 und Churchills entschiedener Widerstand zwangen Hitler schließlich dazu, die Offensive im Westen zu beenden und sich auf den Angriff auf die Sowjetunion zu konzentrieren. Damit kam es zu einer nicht unwichtigen Kriegswende, die nach der Schlacht von Stalingrad zu einer langfristigen Schwächung der deutschen Wehrmacht führen sollte.4

Eiserner Vorhang

Im August 1941 unterzeichnete Churchill mit US-Präsident Roosevelt die Atlantik-Charta. Im selben Jahr bildeten Großbritannien, USA und die Sowjetunion die Anti-Hitler-Koalition. Auf den Konferenzen in Jalta 1943 und Potsdam 1945 bestimmten die Alliierten die gemeinsamen Kriegsziele. Die Allianz zerbrach 1945 auf der Potsdamer Konferenz, als sich die Kooperation allmählich zu einer Ost-West-Konfrontation entwickelte. Im selben Jahr trat Churchill nach einer verlorenen Wahl als Premierminister zurück. Er warnte vor der zunehmenden West-Expansion der Sowjetunion nach Europa. Dies machte er bei einer am 19. September 1946 gehaltenen Rede deutlich, als er von einem Eisernen Vorhang sprach. Er setzte sich für eine friedliche europäische Einigung ein und plädierte für eine Abgrenzung gegen die Sowjetunion. Zwischen 1951 und 1955 war er wieder als Premierminister tätig. Für seine diplomatischen Leistungen erhielt er zahlreiche Auszeichnungen. In seinen letzten Lebensjahren beschäftigte er sich mit Schriftstellerei und Malerei. Am 24. Januar 1965 starb Churchill in London.5






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