Biographien
  • Während der NS-Diktatur wurde Ulbricht (unten links) als KPD-Politiker verfolgt. Zwischen 1933 und 1945 hielt er sich daher in Paris, Prag und Moskau aufWährend der NS-Diktatur wurde Ulbricht (unten links) als KPD-Politiker verfolgt. Zwischen 1933 und 1945 hielt er sich daher in Paris, Prag und Moskau auf
  • Als Kopf der Als Kopf der "Gruppe Ulbricht" wurde er 1945 mit der Neuorganisation der KPD in der ostdeutschen Besatzungszone beauftragt und wurde zum einflussreichsten Politiker der DDR
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  • Am 13. August 1961 setzte Ulbricht den Bau der Berliner Mauer um, obwohl er dies in einer vorherigen Pressekonferenz noch verneint hatteAm 13. August 1961 setzte Ulbricht den Bau der Berliner Mauer um, obwohl er dies in einer vorherigen Pressekonferenz noch verneint hatte

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Quellenverweise

Walter Ulbricht Biografie

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Walter Ulbricht gehört zu den bedeutendsten kommunistischen Politikern der deutschen Geschichte. Als KPD-Mitglied emigrierte er in der Zeit des Dritten Reichs nach Paris, Prag und Moskau. In der Nachkriegszeit wurde er als Kopf der Gruppe Ulbricht von der sowjetischen Regierung dazu beauftragt, in der ostdeutschen Besatzungszone den Sozialismus aufzubauen. Ulbricht wurde als Vorsitzender des Staatsrates schließlich zum einflussreichsten Politiker in der DDR.

Jugend und politische Anfänge

Walter Ulbricht wurde 1893 in Leipzig als Sohn einer Arbeiterfamilie geboren. Nach Abschluss seiner Volksschulzeit absolvierte er zwischen 1907 und 1911 eine Tischlerlehre. Die ärmlichen sozialen Verhältnisse der Arbeiterschaft veranlassten ihn, sich aktiv dagegen einzusetzen. Schon in jungen Jahren begann daher Ulbrichts politische Karriere. Nachdem er 1908 der Sozialistischen Arbeiterjugend und zwei Jahre später dem Holzarbeiterverband beigetreten war, wurde er im Jahr 1912 SPD-Mitglied. Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 trat Ulbricht in den linken Flügel der SPD und kam in engeren Kontakt mit Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg. Er verfasste zahlreiche Flugblätter, in denen er sich gegen weitere Kriegskredite aussprach und Waffenstillstand forderte. Zwischen 1915 und 1918 wurde er als Soldat an der Ostfront und auf dem Balkan eingesetzt. Im Jahr 1917 trat Ulbricht der USPD bei und wurde von den Militärbehörden verdächtigt, Anti-Kriegsflugblätter zu verbreiten.1

Novemberrevolution und Weimarer Republik

1918 erfasste ganz Deutschland die Novemberrevolution, die die Kriegshandlungen beendete und das Kaiserreich umstürzte. Ulbricht war Mitglied eines Soldatenrates in Leipzig und machte sich als kommunistischer Politiker zunehmend einen Namen. Er betätigte sich als Redakteur der Zeitung „Klassenkampf“. Da in der neu gegründeten Weimarer Republik lediglich die Interessen der MSPD vertreten wurden, gründete ein Teil des linken Flügels die KPD. Dieser trat Ulbricht im Jahr 1920 bei. 1922 nahm er am IV. Weltkongress der Komintern in Moskau teil. Zwischen 1923/24 wurde er Mitglied der KPD-Zentrale. Außerdem besuchte er die Lenin-Schule und arbeitete für die Komintern. Zwischen 1926 und 1929 war er sächsischer Landtagsabgeordneter und ab 1928 zugleich Mitglied im Reichstag. Des Weiteren gestaltete er die KPD als Mitglied im Zentralkomitee von 1929 bis 1946 entscheidend mit.2

Exil während der NS-Diktatur

Im Zuge der „Machtergreifung“ Hitlers und der NS-Diktatur wurde die KPD verboten und kommunistische Politiker verfolgt. Da Ulbricht wegen seiner politischen Aktivitäten gesucht wurde, emigrierte er im Herbst 1933 nach Paris. Dort führte er bis 1935 die Auslandsleitung der KPD und zog anschließend nach Prag. Nach seiner Ankunft in Moskau 1938 arbeitete Ulbricht als Vertreter der KPD. Dort durchlebte er eine gefährliche Zeit im Hotel Lux, in dem zahlreiche Politiker wegen Verdächtigungen liquidiert wurden. Nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion 1941 wurde Ulbricht von der Komintern beim Radio Moskau eingesetzt. In der Schlacht von Stalingrad forderte er deutsche Soldaten per Megaphon zum Überlaufen auf und versuchte sie für eine neue Nachkriegsordnung nach Vorbild der KPD zu gewinnen.3

Gruppe Ulbricht

Unmittelbar nach der deutschen Kapitulation im Mai 1945 kehrte Ulbricht als Kopf der „Gruppe Ulbricht“ nach Berlin zurück. In der sowjetischen Besatzungszone sollte er die KPD neu organisieren und den Sozialismus aufbauen. Nach der Vereinigung der SPD und KPD zur SED 1946 trat Ulbricht in deren Zentralkomitee ein. Bis 1951 war er zugleich Abgeordneter des Landtags in Sachsen-Anhalt. Nach der deutschen Teilung und der Gründung der DDR wurde Ulbricht stellvertretender Vorsitzender im Ministerrat. Politisch hatte er mehr Einfluss als der offizielle Staatspräsident Wilhelm Pieck. Nach dem 3. Parteitag der SED 1950 wurde Ulbricht zum Generalsekretär (ab 1953 Erster Sekretär) des Zentralkomitee in der SED gewählt. Dieses Amt übte er bis 1971 aus.4

Aufbau des Sozialismus

Nachdem die letzten Versuche einer deutschen Einigung durch die abgelehnten Stalin-Noten 1952 gescheitert waren, setzte Ulbricht den planmäßigen Aufbau des Sozialismus in der DDR nach Vorbild der Sowjetunion durch. Die DDR wurde zentralistisch regiert, die Landwirtschaft kollektiviert und Wirtschaftsbetriebe verstaatlicht. Die schwierigen Anfangsbedingungen führten am 17. Juni 1953 zu einem Volksaufstand, der mit sowjetischen Panzern niedergeschlagen wurde. Zwischen 1960 und 1973 übernahm Ulbricht das Amt als Vorsitzender des Staatsrates der DDR. Dies ersetzte das Amt des Staatspräsidenten. Aufgrund der Massenabwanderung nach Westen setzte Ulbricht am 13. August 1961 den Bau der Berliner Mauer durch, obwohl er dies in einer vorherigen Pressekonferenz noch verneint hatte. Bis zu seiner Ablösung durch Erich Honecker 1971 hatte Ulbricht die mächtigsten Staatsämter in seiner Person vereinigt. Aufgrund interner Streitigkeiten im Politbüro der SED trat er 1971 von seinen Ämtern zurück. Zwei Jahre später verstarb Walter Ulbricht in Ost-Berlin.5






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