Biographien
  • Im Ersten Weltkrieg übernahmen Paul von Hindenburg und Erich Ludendorff die Führung der Obersten HeeresleitungIm Ersten Weltkrieg übernahmen Paul von Hindenburg und Erich Ludendorff die Führung der Obersten Heeresleitung
  • Hindenburg übernahm 1925 das Amt des Reichspräsidenten und ernannte Hitler 1933 zum ReichskanzlerHindenburg übernahm 1925 das Amt des Reichspräsidenten und ernannte Hitler 1933 zum Reichskanzler
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  • Auf dem Tag von Potsdam am 21. März 1933 verneigte sich Hitler symbolträchtig vor Hindenburg und verschaffte sich damit breite Zustimmung im VolkAuf dem Tag von Potsdam am 21. März 1933 verneigte sich Hitler symbolträchtig vor Hindenburg und verschaffte sich damit breite Zustimmung im Volk

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Paul von Hindenburg Biografie

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Der preußische Militarist und Politiker Paul von Hindenburg spielte für die deutsche Geschichte zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine prägende Rolle. Und das in dreifacher Hinsicht: Als Generalfeldmarschall leitete er die Oberste Heeresleitung im Ersten Weltkrieg. In der Zeit der Weimarer Republik übte er ab 1925 das Amt des Reichspräsidenten aus. Auf seine Entscheidung wurde Adolf Hitler am 30. Januar 1933 zum neuen Reichskanzler ernannt.

Jugend und militärische Laufbahn

Paul von Hindenburg entstammte einer ostpreußischen Adelsfamilie und wurde am 2. Oktober 1847 in Posen als Sohn eines preußischen Offiziers geboren. Nach seiner Schulzeit der Bürgerschule und des evangelischen Gymnasiums in Posen besuchte er, geprägt vom Beruf seines Vaters, von 1859 bis 1863 die Kadettenanstalt in Wahlstatt. Noch im selben Jahr wechselte er in die Hauptkadettenanstalt in Berlin. Anschließend machte sich Hindenburg durch seine militärische Laufbahn zunehmend einen Namen. 1866 wurde er Leutnant im dritten Garde-Regiment zu Fuß. Er beteiligte sich erfolgreich an der Schlacht bei von Königgrätz und 1870/71 im Deutsch-Französischen Krieg. In der Zeit des Kaiserreichs wurde Hindenburg 1877 zunächst in den Großen Generalstab und ein Jahr später zum Hauptmann befördert. Nachdem er 1881 zum Major erklärt worden war, folgte 1890 die Ernennung zum Oberstleutnant. Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 stieg Hindenburg in seiner militärischen Laufbahn weiter auf (1893 Beförderung zum Oberst, 1897 Generalmajor, 1900 Generalleutnant, 1903 Kommandierender General in Magdeburg). 1911 wurde er mit dem Schwarzen Adlerorden vom militärischen Dienst verabschiedet.1

Erster Weltkrieg

Nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 übernahm Hindenburg als Oberbefehlshaber die 8. Armee. Zwischen August und November 1914 beteiligte er sich an den deutsch-russischen Kämpfen, dabei an der Schlacht bei Tanneberg, im Osten. Aufgrund seiner militärischen Erfolge wurde Hindenburg zum Oberbefehlshaber der deutschen Armee an der Ostfront und am 27. November zum Generalfeldmarschall ernannt. Hindenburg erlangte als „Sieger von Tanneberg“ trotz seines geringen militärischen Einsatzes hohes Prestige. Zusammen mit Generalmajor Erich Ludendorff übernahm er daher im August 1916 die Oberste Heeresleitung und regierte das Kaiserreich quasi als Militärdiktatur, da sie großen politischen Einfluss gewannen. Als sich im Herbst 1918 eine allmähliche Kriegsniederlage abzeichnete und Deutschland von der Novemberrevolution erfasst wurde, übergab Hindenburg der sozialdemokratischen Partei die Regierungsgeschäfte. Mit der Ausrufung der Republik am 9. November 1918 endete die Ära des Kaiserreichs.2

Dolchstoßlegende

Am 18. November 1918 rief Hindenburg bei einem „Untersuchungsausschuss für Schuldfragen“ die sogenannte Dolchstoßlegende ins Leben. Damit machte er eine Verschwörungstheorie publik, die den in der Regierung vertretenen Sozialdemokraten die Schuld an der Kriegsniederlage zuschrieb. Seiner Meinung nach sei die deutsche Armee im Krieg unbesiegt gewesen und erst durch die politische Umwälzung der Novemberrevolution „von hinten erdolcht“ worden. Diese Aussagen sollten der neu gegründeten Weimarer Republik einen schweren Anfang bereiten und boten den Nährboden für den Aufstieg der faschistischen NSDAP ab 1930.3

Reichspräsident

Am 25. Juni 1919 trat Hindenburg als Chef des Generalstabes der OHL zurück. 1925 fragten rechtsgerichtete Parteien Hindenburg nach einer Kandidatur als Reichspräsident, da sich bei der vorangegangenen Wahl keine absolute Mehrheit ergeben hatte. Am 26. April wurde er schließlich zum neuen Reichspräsidenten gewählt, da er immer noch eine populäre politische Figur darstellte. Nach der Weltwirtschaftskrise 1929 unterschrieb er zunächst den Young-Plan, was vor allem bei den rechtsextremen Parteien auf Ablehnung stieß. Als die Große Koalition im Jahr 1930 aufgrund interner Streitigkeiten um Sozialleistungen zerbrochen war, berief er mit Heinrich Brüning einen Reichskanzler ein, das sich nicht auf eine parlamentarische Mehrheit stützte. Damit setzte die Zeit der Präsidialkabinette ein, die die Demokratie de facto außer Kraft setzten. Gemäß Artikel 48 der Reichsverfassung machte Hindenburg dadurch Gebrauch vom Notverordnungsrecht. Durch die Weltwirtschaftskrise und das innenpolitische Chaos gewannen links- und rechtsradikale Parteien weiter an Bedeutung. Der Untergang der Demokratie wurde auch dadurch vorangetrieben, dass mit Hindenburg ein monarchietreuer und antidemokratischer Politiker als Regierungschef fungierte.4

Ernennung Hitlers zum Reichskanzler

Da eine mehrheitsfähige Regierung in den Jahren 1932/33 ohne die Nationalsozialisten nicht mehr möglich schien, berief Hindenburg Adolf Hitler von der NSDAP am 30. Januar 1933 zum Reichskanzler. In der neuen Regierung standen die Nationalsozialisten zunächst einer Mehrheit der DNVP gegenüber. Im Zuge der Machtergreifung, des Reichstagsbrands und des Ermächtigungsgesetzes setzte die zunehmende Etablierung des Dritten Reichs ein. Eine wichtige Rolle spielte Hindenburg auf dem Tag von Potsdam, als sich Hitler symbolträchtig vor ihm verneigte und damit eine historische Verbindung des preußisch gesinnten Kaiserreich und dem Dritten Reich herstellte. Damit instrumentalisierte er Hindenburgs hohes Ansehen für eigene Machtzwecke. Am 2. August 1934 starb Hindenburg schließlich in Neudeck. Hitler legte die Zusammensetzung der Ämter des Reichskanzlers und Reichspräsidenten gesetzlich fest und vereinigte damit die höchsten politischen Befugnisse in einer Person.5






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