Biographien
  • Otto von Bismarck war konservativer Politiker und wurde 1862 zum preußischen Ministerpräsidenten ernanntOtto von Bismarck war konservativer Politiker und wurde 1862 zum preußischen Ministerpräsidenten ernannt
  • Bismarck setzte gegen den Willen des Parlaments eine Heeresreform durch. Dies war die Voraussetzung für Preußens Sieg in den EinigungskriegenBismarck setzte gegen den Willen des Parlaments eine Heeresreform durch. Dies war die Voraussetzung für Preußens Sieg in den Einigungskriegen
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  • Nach der Reichsgründung 1871 in Versailles wurde Bismarck neuer deutscher ReichskanzlerNach der Reichsgründung 1871 in Versailles wurde Bismarck neuer deutscher Reichskanzler
  • Im Jahr 1890 wurde Bismarck vom neuen Kaiser Wilhelm II. aus seinem Amt als Reichskanzler entlassenIm Jahr 1890 wurde Bismarck vom neuen Kaiser Wilhelm II. aus seinem Amt als Reichskanzler entlassen

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Otto von Bismarck Biografie

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Otto von Bismarck gilt als einer der bedeutendsten Politiker der deutschen Geschichte. Als preußischer Staatsmann legte er 1871 den Grundstein für die Vereinigung der deutschen Klein- und Mittelstaaten zum Deutschen Kaiserreich. Als Reichskanzler legte er großen Wert auf eine ausgeglichene internationale Bündnispolitik, um Zweifrontenkriege gegen das Deutsche Reich zu vermeiden. Innenpolitisch verleumdete er die katholische Kirche und Sozialdemokraten zu „Reichsfeinden“. Mit der „Zuckerbrot und Peitsche“-Politik schuf er soziale Reformen, schränkte gleichzeitig aber auch die Forderungen der Arbeiterbwegegung mit den Sozialistengesetzen ein. Im Jahr 1890 wurde er schließlich von Kaiser Wilhelm II. seines Amtes enthoben.

Jugend, Studium und politische Anfänge

Otto von Bismrack wurde 1815 in Schönhausen als Sohn einer Landadelsfamilie geboren. Nachdem er im Jahr 1832 sein Abitur am „Berlinischen Gymnasium zum Grauen Kloster“ absolviert hatte, nahm er an der Universität Göttingen das Studium der Rechtswissenschaften auf. Dieses schloss er 1835 an der Berliner Friedrich-Wilhelms-Universität mit dem Ersten Staatsexamen ab. Wenig später wechselte Bismarck vom Justiz- in den Verwaltungsdienst. Im Jahr 1847 wurde er als Vertreter der Ritterschaft der Provinz Sachsen Mitglied des Preußischen Landtags. Dort präsentierte er sich als konservativer und monarchitreuer Politiker, der die Revolution von 1848/49 strikt ablehnte. Er schrieb zahlreiche Beiträge für die Neue Preußische Zeitung und wurde zum Mitbegründer des Junkerparlaments, in dem viele adlige Gutsbesitzer gegen Eingriffe in ihr Eigentum protestierten.1

Realpolitiker

Nach der gescheiterten Revolution 1848/49 wurde Bismarck wegen seiner konservativen Verdienste in die zweite Kammer des preußischen Landtags gewählt. Er wurde Abgeordneter im Erfurter Unionsparlament und trat 1851 als preußischer Gesandter dem Frankfurter Bundestag bei. Bismarck zeigte sich in den 1850er Jahren als einflussreicher Diplomat und setzte sich für die gleichberechtigte Stellung Preußens gegenüber Österreich ein. Als Realpolitiker hielt sich Bismarck nicht mehr an die Grundsätze der 1815 geschlossenen Heiligen Allianz mit Österreich. Es entbrannte der Deutsche Dualismus um die Vorherrschaft im Deutschen Bund.2

Preußischer Ministerpräsident

Im Jahr 1862 wurde Bismarck von König Wilhelm I. zum preußischen Ministerpräsidenten ernannt. In dieser Zeit schien die Modernisierung und Aufstockung des preußischen Militärs dringend notwendig, allerdings verweigerte das Parlament die dafür aufzubringenden Geldmittel. Diesen Heereskonflikt löste Bismarck, indem er das Parlament auflöste und mit einem Haushalt ohne parlamentarische Zustimmung regierte. Dies rechtfertigte er in seiner Blut und Eisen-Rede. Diese Heeresreform hatte entscheidenden Einfluss auf die zukünftige Entwicklung Preußens. Die sogenannten Einigungskriege zwischen 1864 und 1871 trugen maßgeblich zur Gründung eines deutschen Nationalstaates unter preußischer Führung bei. Nachdem Preußen und Österreich 1864 gemeinsam im deutsch-dänischen Krieg gekämpft hatten, brach zwischen ihnen zwei Jahre später der entscheidende Kampf um die Vorherrschaft über Deutschland aus. Im Deutsch-Deutschen Krieg konnte Preußen seine Vormacht behaupten, sodass es die nördlichen deutschen Staaten zum Norddeutschen Bund vereinigte. Nach dem Sieg im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 war der Weg für die deutsche Einigung nun frei. Mit der Reichsgründung 1871 einigte Bismarck die deutschen Staaten schließlich zum Deutschen Kaiserreich.3

Reichskanzler

Nach der Reichsgründung wurde Bismarck zum Reichskanzler ernannt und übte weiterhin des Amt des preußischen Ministerpräsidenten aus. Außenpolitisch installierte er ein absicherndes Bündnissystem, das jeden weiteren Krieg gegen Deutschland vermeiden sollte. Wichtig war ihm vor allem, dass sich Frankreich als Rache für den verlorenen Krieg nicht mit einer anderen Großmacht verbünden könne. Nach einem Attentat auf Kaiser Wilhelm I. erließ Bismarck 1878 das Sozialistengesetz. Damit schränkte er die Aktivitäten der Arbeiterbewegung ein, die sich angesichts ihrer schlechten sozialen Lage für Reformen einsetzte. Um den sozialen Forderungen gleichzeitig entgegen zu kommen, führte er eine staatliche Sozialgesetzgebung ein. Gegen den Einfluss der katholischen Kirche führte er einen erbitterten Kulturkampf. Um Deutschland außenpolitisch abzusichern, schloss Bismarck 1873 das Dreikaiserabkommen und 1887 einen Rückversicherungsvertrag mit Russland. Seine vermittelnde Rolle zeigte er im Jahr 1878 im Balkankonflikt zwischen Österreich und Russland. Aufgrund persönlicher Konflikte wurde er schließlich im Jahr 1890 von Kaiser Wilhelm II. als Reichskanzler entlassen und starb 1898 auf seinem Landsitz Friedrichsruh im Sachsenwald.4






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