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Erich Ludendorff Biografie

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Erich Ludendorff war ein populärer deutscher General und Politiker. Er spielte im Ersten Weltkrieg gemeinsam mit Paul von Hindenburg eine führende Rolle in der Kriegspolitik. Nach der Kriegsniederlage und der Gründung der Weimarer Republik gehörte er zu den Mitbegründern der Dolchstoßlegende. Ludendorff unterstützte antidemokratische Putschversuche wie den Hitler-Putsch im November 1923. Zwischen 1924 und 1928 war er als Abgeordneter der Nationalsozialistischen Freiheitspartei im Reichstag tätig.

Herkunft und Ausbildung

Erich Ludendorff wurde 1865 in Posen geboren. Sein Vater war ritterlicher Gutsbesitzer und hatte in den deutschen Einigungskriegen als Kavallerieoffizier gekämpft. Er bestimmte für seinen Sohn eine militärische Laufbahn. 1877 begann er seine Ausbildung im Kadettenvorkorps Plön und wechselte später zur Hauptkadettenanstalt in Groß-Lichterfelde. Zwischen 1890 und 1893 machte Ludendorff eine Ausbildung zum Generalstabsoffizier. In den Folgejahren stieg er in seiner militärischen Karriere weiter auf und bekleidete höhere Ämter. Wenige Woche vor Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 wurde er zum Brigadekommandeur in Straßburg ernannt.

Erster Weltkrieg

Kurz nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs eroberte Ludendorffs geführte Armee die Zitadelle in Belgien. Dafür wurde ihm zu Ehren die Pour le Mérite verliehen. Durch diesen Sieg erhielt er den Beinamen „Held von Lüttich“. Des Weiteren wurde er Chef des Generalstabs der 8. Armee an der Ostfront. Er arbeitete gemeinsam mit General Paul von Hindenburg und besiegte die russischen Truppen in der Schlacht bei Tannenberg und Masurenschlacht. Im August 1916 bildeten Ludendorff und Hindenburg die Führung der Obersten Heeresleitung. Beide regierten über das Deutsche Kaiserreich fortan als Militärdiktatur, weil sich Kaiser Wilhelm II. der Kriegspolitik enthielt. Ludendorff und Hindenburg setzten sich 1917 vehement für den umstrittenen U-Boot-Krieg ein. Darüber hinaus sollten große Gebiete im Osten vom Deutschen Reich annektiert werden. Nach dem Scheitern der Frühjahrsoffensive 1918 plädierte Ludendorff im Herbst 1918 für ein schnelles Waffenstillstandsangebot an US-Präsident Wilson. Da der Krieg nun verloren schien, überließ er den demokratischen Parteien die Regierung. Dies war ein taktisches Manöver, das von der militärischen Niederlage ablenken und die Schuld den Parteien zuschieben sollte.

Dolchstoßlegende

Nach Ausbruch der Novemberrevolution und der Gründung der Weimarer Republik war das Kaiserreich in eine Demokratie übergegangen. Ehemalige Offiziere wie Hindenburg und Ludendorff setzten mit der Dolchstoßlegende eine Lüge in die Welt, die den demokratischen Parteien die Schuld an der Kriegsniederlage zuschieben sollte. Nach einem kurzzeitigen Exil in Schweden kam Ludendorff nach Deutschland zurück und setzte sich radikal für den Umsturz der Demokratie ein. Er wurde NSDAP-Mitglied, Mitbegründer der Nationalen Vereinigung und unterstützte den Kapp-Putsch 1920 und den Hitler-Putsch 1923. Nach dem gescheiterten Putschversuchen war er zwischen 1924 und 1928 als Abgeordneter der Nationalsozialistischen Freiheitspartei im Reichstag tätig. Im Jahr 1925 hatte er sich auch für das Amt des Reichspräsidenten beworben, erlangte dabei allerdings nur 1,1 % der Stimmen.

Letzte Jahre und Tod

Nach der gescheiterten Wahl zog sich Ludendorff zunehmend aus der Politik zurück. In den Folgejahren setzte er in seinem gegründeten Tannenbergbund Verschwörungstheorien in die Welt, mit denen er gegen Gruppierungen wie den Jesuiten-Orden, die Freimaurerei und das Weltjudentum hetzte. Diese hätten sich seiner Ansicht nach zusammengeschlossen, um Deutschland zu schwächen und demütigen. Er argumentierte dabei unter anderem mit der Kriegsniederlage und dem Versailler Vertrag. Außerdem entwickelte er einen eigenen germanischen Religionskult. Mit der nationalsozialistischen Machtergreifung 1933 wurde sein Tannenberbund verboten. Dieser wurde vier Jahre später unter dem Namen Bund für Deutsche Gotteserkenntnis wieder erlaubt. Am 20. Dezember 1937 starb Ludendorff schließlich in Tutzing.






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