Griechische Literatur

Die Literatur des antiken Griechenlands ist der Ursprung für die Entwicklung von Philosophie, Geschichtsschreibung und literarischen Gattungen. Durch die Große Kolonisation entdeckten die Griechen neue Völker und Länder, konnten somit neue Ideen austauschen und sich ein Bild über die Welt machen. Sie hielten Gedanken und Erfahrungen schriftlich fest und schufen unterschiedliche Gattungen, die die europäische Kultur und Literatur bis heute prägen.

Heldensagen

Eines der ältesten Gattungen sind die Heldensagen, die vor allem dem Autor Homer zugeschrieben werden. Ein bekanntes Werk ist die Odyssee, in der er über Irrfahrten und Abenteuern eines Seefahrers namens Odysseus berichtet, der auf der Rückkehr von Troja in seine Heimat einige Hindernisse überwinden muss. Im Vordergrund der Heldensagen standen vor allem die Themen Tapferkeit, Ruhm und Ehre1.

Lehrgedichte

In Lehrgedichten wurden den Lesern Ratschläge vermittelt, wie sie anständig zu leben haben. Ein Schriftsteller dieser Gedichte war Hesiod, der Zusammenhänge und das Zusammenleben von Menschen zu erklären versuchte. In seinem Buch Werke und Tage schreib er, wie sich die Welt von einem goldenen zum eisernen Zeitalter gewandelt hatte, weil es anfangs ohne Streitigkeiten und Kriege keine Probleme und Arbeit gegeben habe. Hesiod lehrte, dass Menschen gerecht miteinander umgehen sollen, weil dies die Grundlage für friedliches Zusammenleben sei. Er rechtfertigte seine Thesen vor allem mit dem Gott Zeus, der als Hüter der Rechtsordnung angesehen wurde.

Jambos / Elegie

Andere Gattungen sind der Jambos und die Elegie. In Jamben war insbesondere die Spottdichtung ein Hauptthema. Ein Beispiel dafür wären die satirischen Schriften des Semonides. In der Elegie wurden politische/militärische Themen, Freundschaft oder die Kürze des Lebens aufgegriffen. Kallinos verfolgte politische Absichten und motivierte Soldaten zum Einsatz für ihre Städte, weil er ihre Heimat bedroht sah.

Tragödie

Die Tragödie ist eine Gattung der Klassik und setzte Schicksale von Menschen in den Mittelpunkt, die vom Willen der Götter abhängig waren. Mythen und Heldensagen waren weitere Themen. Bedeutender Vertreter der Tragödie war Aischylos, der in seinem Buch Orestie Menschen zur Verantwortung für ihren eigenen Staat bewegte und sie vor Hochmut, der Hybris, warnte. Weitere wichtige Schriftsteller waren Sophokles und Euripides2.

Komödie

Die Komödie wurzelt im Aufbau der tragischen Dichtung, ist aber deutlich lockerer aufgebaut und lässt in ihren Szenen viel Raum für Phantasie. Hauptbestandteil ist meistens eine Streitrede von zwei Personen, die sich gegenseitig verspotten. Unterbrochen wird die Handlung durch einen Chor. Darüber hinaus kommt es oftmals zu polemischen und unhöflichen Äußerungen über Politiker, die dadurch auf den Arm genommen werden. Aristophanes schrieb in seinem Buch Frösche über den Niedergang Athens, den er mit dem Verfall der Gesellschaft durch die Sophisten verantwortlich machte.

Geschichtsschreibung

Durch die griechische Kolonisation wuchs das Interesse nach der Erkundung der Welt. Ein Beispiel für einen Mann, der auch „Vater der Geschichtsschreibung“ bezeichnet wird, war Herodot. In seinen Historien versuchte er, mündlich überlieferte Berichte zu deuten und in geschichtlichen Zusammenhang einzuordnen. Themen waren neben den Perserkriegen auch Sitten und Gebräuche fremder Völker, die den Griechen bis dahin völlig fremd waren. Auch Thukydides ist ein bekannter antiker Historiker, der im Gegensatz zu Herodot nur politische Themen seiner Lebzeit wie z.B. den Peloponnesischen Krieg untersuchte. Er brachte oftmals seine eigene Meinung ein und beurteilte einige seiner Quellen kritisch. Xenophon füllte seine Schriften mit rhetorischen Mitteln und versuchte damit, Herrscher in damaligen Situationen so gut wie möglich zu charakterisieren3.

Rhetorik

Im Zeitalter der Antike wurde die Rhetorik ein empfehlenswertes Mittel für Politiker, die bei öffentlichen Versammlungen und Gerichtsverhandlungen glänzen wollten. Zu den wichtigsten Vertretern zählt Gorgias, der erstmals grammatikalische Künste verwendete, um bei Reden möglichst gut zu argumentieren. Weiterer Vertreter sind Lysias, Isokrates und Demosthenes.

Fabio Schwabe

Der Autor

Dieser Beitrag wurde am 03.05.2015 verfasst von Fabio Schwabe, Mettmann. Die aktuelle Version stammt vom 30.03.2021. Fabio Schwabe ist Gymnasiallehrer der Fachrichtung Geschichte und Gründer von Geschichte kompakt

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